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Boston & New York

Lieber zu spät als nie! Hier mein kurzer Bericht von meiner Woche bei Magdalena. Diese fing leider nicht zu gut an, da ich mal wieder krank war – perfekt getimed. So schafft es mein Flug nach Bosten via Houston doch glatt in die Top 3 der schlimmsten Flüge meines Lebens. Besonders viel Freude hatte ich mit dem Druck auf den Ohren, der aufgrund verstopfter Nase erst nach 2 Tagen mit Hilfe von Medikamenten wegging. Nichts desto trotz war es aber super in Boston. Gleich am ersten Abend haben wir uns eine Konzert (Girl Talk) angeschaut – was aber laut genug um von meinen Ohren auf 10.000 Metern Höhendruck wahrgenommen zu werden. Am nächsten Tag sind wir bei super Wetter den Freedom Trail abgewandert -  ein historischer und sehr schöner Pfad quer durch Downtown Bosten. Ansonsten haben wir in Bosten selber die Woche über nicht viel gemacht, weil Magdalena ja auch Uni hatte und ich auch nicht zu knapp mit Arbeit eingedeckt war. Ein Teil dieser Arbeit konnte ich aufgrund guter Kontakte in der Bücherei der Harvard Universität erledigen, welche sonst ja für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Am Freitag sind wir dann per Bus nach New York gefahren und sind dort sehr günstig am Times Square untergekommen. Da wir beide nicht das erste mal in der Stadt waren, haben wir uns den Standard-Touristenkram größtenteils gespart. So haben wir Sonne in Central Park getankt, Wassily Kadinisky’s Arbeiten im Guggenheim Museum begutachtet, vorzüglich und günstig in Hell’s Kitchen geschlemmt und weniger günstig den einen oder anderen Cocktail getrunken in einer rotierenden Skybar im 43. Stock mit Blick über die Stadt. Shoppen stand natürlich auch auf dem Programm bei diesem Dollarkurs – auch wenn hierbei hauptsächlich Schwedische Kronen dran glauben mussten. Am Sonntag bin ich dann noch pünktlich vorm Hurricane wieder in New Orleans angekommen. Kurz gesagt: Eine tolle Woche mit tollem Wetter! Hier gibt’s das ganze jetzt noch mal in Bildern:

Girl TalkBostonBostonBostonBostonBostonBostonHarvard Biboimg_1762.jpgNew YorkNew YorkNew YorkNew YorkNew YorkNew YorkNew York

Add comment | November 23rd, 2009

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Hurricane Ida

Nur zur kurzen Info: Hurricane Ida, Wirbelsturm der Kategorie 2, hält weiterhin Kurs auf Lousiana, Mississippi, Alabama und Florida. Es wird aber erwartet, dass am Montag östlich von New Orleans, an der Grenze zu Mississippi auf Land treffen wird und dann recht schnell zu einem Tropensturm abschwächt. Unmittelbare Gefahr für New Orleans besteht zur Zeit nicht, es wird aber abzuwarten sein welchen Weg er denn nun letztendlich nimmt. Sicherheitshalber sind die meisten Schulen geschlossen und es wurden freiwillige Evakuierungsmaßnahmen eingeleitet (im Gegensatz zu zwingenden Maßnahmen wie bei Katrina oder Gustav). Wir bleiben hier, es gibt - wenn man sich so umhört - keinen Anlass zur Sorge.

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UPDATE: Wie erwartet zieht der Sturm gerade vorbei, so das wir nicht wirklich viel Abkriegen. - Nichts was einem Norddeutschen aus der Ruhe bringen könnte.

1 comment | November 9th, 2009

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Oktober

Nun muss ich schon wieder entschuldigen. Ein Monat Sendepause ist sicherlich eine Zumutung für einen gewissen Teil meiner Leserschaft. Das Problem ist nicht, dass hier nichts passiert, das Problem ist einfach, dass hier zuviel passiert. Den größten Teil meiner Freizeit hier beansprucht sicherlich die Uni – und das ist auch eigentlich ganz gut so. Eigentlich? Ja eigentlich da ich finde, dass es manchmal einfach zu viel ist. Ich kann mich an keinen Tag im Oktober erinnern an dem ich nicht ohne Wecker aufgewacht bin und vor Mitternacht im Bett war. Das Problem ist nicht die Quantität der Arbeit absolut, welche nämlich mehr oder wenig identisch ist mit der in Kopenhagen. Das Problem ist vielmehr, dass die Arbeit sich hier immer zu bestimmten Zeitpunkten unheimlich verdichtet, während man ich Kopenhagen sich das etwas freier Einteilen kann. Weiterer Unterschied: Während man in den USA mehr das WIE, WANN und WOFÜR lernt (sprich einen praktisch Ansatz), lernt man in Europa eher das WARUM und WOFÜR (sprich einen theoretischen Ansatz). Aber ich glaube das hatte ich schon zuvor schon mal erwähnt, richtig?

Wenn sich es denn mal die Zeit erlaubt, kann man sich hier einige tollen Reden anhören. Alleine dieses Semester haben bei uns schon der zweimalige US-Präsidentschaftsbewerber Ron Paul, der ehemalige Präsident von Israel Ehud Olmert, der ehemalige Präsident von Indien Abdul Kalam so wie einige interessante Köpfe aus der Wirtschaftswelt gesprochen. Ich hab mir jetzt aber davon nur Ehud Olmert angeschaut, welcher Ariel Sharon 2006 nach dessen Krankheit abgelöst hat, fix drauf Gaza und im Libanon zerbombt hat und im Frühjahr dieses Jahres von Benjamin Netanjahu abgelöst worden ist. In anbetracht der aktuellen nuklearen Bedrohung aus dem Iran konnte man also einiges von der Rede erwarten. Enttäuscht wurde ich nicht, er hat sich recht ausgiebig und klar dazu geäußert wie der Hase läuft: Eine diplomatische Lösung mit den USA wäre die natürlich die Beste, aber diese müsste recht schnell erreicht werden, ansonsten würde Israel halt im Alleingang die Atomanlagen mit rabiateren Mitteln wegfegen. Punkt aus. Natürlich stoßen solche Töne gerade bei Studenten auf nicht sehr viel Gegenliebe. Aber der Mann ist ja nicht blöd und konnte gegen alle Störer im Saal geschickt konterten. Und Störer –besonders von denen der simplen Sorte - gab es genug sowohl im Saal wie auch vor dem Auditorium.

Onkel OlmiAnti-Onkel Olmi

 Vor zwei Wochen bin ich für zwei Tage nach Washington D.C. zu den Freeman Days gefahren. Freeman Days ist eine Art Karriereveranstaltung für Studenten der A.B. Freeman School of Business der Tulane University. Dort habe ich mir den ganzen Tag Vorträge von Unternehmen angeschaut und dann am Abend bei richtig lecker Essen (Uni zahlts) an einer Netzwerk-Veranstaltung teilgenommen. Sinn und Zweck des ganzen Aufwandes war es ein Fuß in die Tür hier drüben in Amerika zu bekommen. Normalerweise können Austauschstudenten nicht an den Freeman Days teilnehmen, aber aufgrund meiner Green Card hab ich glücklicherweise eine Ausnahme erringen können. Unterm Strich hab ich doch viele Kontakte knüpfen können. Neben den Freeman Days hatte ich noch Zeit mir die National Gallery of Arts (mit Da Vinci`s, Van Goghs und Monets) und den Arlington Friedhof anzuschauen (wo Amerika’s gefallene Soldaten und der die Kennedys liegen). Am nächsten Tag wollte ich dann wieder flott nach hause düsen, aber Pustekuchen, wegen starkem Gewitter wurde mein Flug gestrichen. Es war auch nicht möglich bei irgendeiner anderen Airline was zu finden für diesen Tag. Und in diesem Fall das Hotel bezahlen ist hier anscheinend auch kein Standard. Sie konnten mir dann zwar ein Gutes Hotel zum kleinen Preis vermitteln,blechen musste ich aber für den Kram trotzdem selbst. Am nächsten Tag haben sie mich dann vom Hotel in Baltimore zum Ronald Reagan Airport per Taxi gebracht, was auch mal eben 140 US$ gekostet hat (Airline zahlts). Aber hier blieb es spannend bis zum Schluss, da mein neuer Flug überbucht war. Genauso wie der letzte an diesem Sonntag und die zwei am Montag. Gott sei Dank ließen sich aber Freiwillige aufbringen (die vom Flug zurücktreten und dafür mit 400 US$ von der Airline kompensiert werden), so dass ich dann nur mit einem Tag Verspätung wieder in New Orleans angekommen bin.

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Wer sich jetzt wundert ob nach all den hochkarätigen Gastrednern und den Freeman Days noch was von den Einahmen durch Studiengebühren übrig ist, dem sei gesagt, das wahrscheinlich der letzte Rest mit freie Campus-Konzerte verpulvert wird. So waren es im Oktober z.B. Augustana und Hanson, die für lau für Tulane Studenten gespielt haben.

Letztes Wochenende war das Halloween-Wochenende an dem auch das Voodoofest stattfindet, ein Festival im City Park mit einer Menge Bands. Ich habe mir aber nur am Freitag Justice und Eminem angeschaut, welches beides sehr gute Konzerten waren. Justice haben so lange gespielt (1:35h) bis ihnen zum Schluss der Saft mitten im Lied abgedreht worden ist. Am Samstag haben wir uns dann alle lustige Verkleidungen zusammengebastelt und sind ins French Quarter zur Halloweenparade gefahren.

JusticeEminemBeastie BoysHalloween

Diese Woche haben alle Austauschstudenten eine Woche frei, da der ganze restliche MBA Kurs eine Exkursion nach Argentinien macht. Deshalb bin ich diese Woche auch nach Boston zu Magdalena geflogen. Einer von ihren Mitbewohner hat mich in jetzt netterweise Havard-Bücherei reingeschmuggelt, wo ich jetzt schon wieder mit dem lernen anfangen muss…

Add comment | November 5th, 2009

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In tiefer Trauer, Liebe und Dankbarkeit

Oma

Ida Andresen

 * 08. Juli 1925          † 10. Oktober 2009

Add comment | Oktober 12th, 2009

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September

Sorry, ist schon ein bisschen her, dass ich das letzte mal hier gemeldet habe. Man ist halt immer hier irgendwie beschäftigt. Uni drückt immer noch – alles aber im machbaren Bereich. Und wenn es stressig ist, dann auch meistens, weil man viel vorarbeiten muss wenn man mal ein Wochenende aufs Land will. Ich hab jetzt gerade etwas Zeit gefunden, da ich auf dem Weg zurück von Alexandria, LA bin, wo wir die Führungsriege eines US-Stromversorgers im Rahmen des Equity –Analysis Kurs interviewt haben. Das war echt super, gab lecker essen und wir konnten 2 Stunden lang im Vorstandskonferenzraum den CEO (Boss), CFO ( Chef der Finanzen), CAO (Chef des Rechnungswesen) und CTO (Schatzmeister) ausquetschen.

Management & Analyst GroupCleco Headquarter

Was  ist passiert in letzter Zeit? Erst einmal nicht viel! Dies ist die ruhigste Hurrikane-Saison seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Was natürlich die meisten hier verständlicherweise mit heller Freude vernehmen. Andere hingegen halten die Ruhe für trügerisch – schließlich sind Hurrikans bis Ende November möglich. Ich hab auf jeden Fall auf einen Hurrikane für Ende September spekuliert und mich deshalb beim Handel Natural Gas-Verträge verhoben. Allerdings bin noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen da der Preis dann doch noch aufgrund anderer Faktoren gestiegen ist. Richtiges Geld stand aber eh nie auf dem Spiel – schließlich war es nur eine Simulation in meiner Energy Trading Klasse.

Letztes Wochenende kam dann endlich Magdalena aus Bosten zu Besuch. Am Freitag haben wir eine Mississippi-Dampfer Tour mit Abendessen und Jazz-Musik gemacht. Danach sind wir natürlich zum Feiern auf die Burbon Street im French Quarter gegangen – was wie immer höchst unterhaltsam war. Ich bezweifle das noch woanders einen Ort gibt auf dem man 24 Stunden den Tag/ 7 Tage die Woche so feiern kann. Hier sei zu erwähnen, dass blonde Schwedinnen anscheinend eine unglaubliche Anziehungskraft auf Amerikaner haben – nicht ganz unverständlich, kann einem aber trotzdem ziemlich auf den Kecks gehen. Am Samstag haben wir dann mal bei Tageslicht das French Quarter und den Garden District erkundet bevor wir Abends wieder auf die Piste sind. Am Sonntag sind wir dann alle zusammen in die Sümpfe gefahren und haben uns vom Boot aus ein paar Alligatoren angeschaut. Dafür muss man auch nicht für weit fahren da New Orleans inmitten von großen Sümpfen liegt. Als nächstes Stand dann die Oak Alley Plantage auf dem Programm, die wohl bekannteste Plantage der Südstaaten. Abends – zurück in New Orleans -  haben wir uns dann den angeblich besten Burger der Stadt einverliebt. Der war eigentlich gar nicht schlecht, wenn mal davon absieht, dass es ewig dauerte bis er kam, serviert wurde, von unten angekokelt war und, dass ich danach mit einer Lebensmittelvergiftung zu kämpfen hatte. Letzteres hat mir dann meinen letzten Tag mit Magdalena versaut. Trotzdem waren wir wieder auf Erkundungstour, aber nach einem ganzen Tag mit sehr flauen Magen, Affenhitze und Luftfeuchtigkeit wie im Regenwald war mir dann am Abend ganz anders geworden.

Ansonsten kann ich eigentlich nicht viel erzählen, gestern war ich auf einem super Konzert von Pheonix aus Paris und nächstes Wochenende fangen die Midterms an (ja richtig gelesen,  am Wochenende!). Ich glaub ich fang denn jetzt mal an zu lernen! Eins noch: Ja, ich habe natürlich gewählt!!!

French QuarterFrench QuarterFrench QuarterFrench QuarterGarden DistrictGarden DistrictSt. CharlesSumpfSumpfSumpfSumpfSumpfSumpfOak Alley PlantationOak Alley PlantationNew Orleans City Park

1 comment | Oktober 3rd, 2009

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Labor Day Road-Trip

So, es ist Sonntagabend und ich hab endlich mal wieder etwas Zeit einen Eintrag zu schreiben. Die Uni ist zwar immer noch sehr zeitintensiv aber nicht mehr so extrem wie in den ersten Wochen. Trotzdem war ich gestern das erste mal seit 3 Wochen wieder feiern – und das in der US Party Stadt #1. Zugeben, ich hatte zwischendurch aber auch ein tolles Labour Day-Wochende (der erste Montag im September ist in den USA der Tag der Arbeit, also ein Feiertag) bei dem ich nichts für die Uni gemacht habe. Viel mehr haben wir unsere sieben Sachen gepackt für einen Road-Trip durch den Süden der USA. Am Samstagmorgen haben wir dann Lousiana und Mississippi durchquert um nach Mobile, Alabama zu kommen. Dort haben wir es uns dann bei Clint Doolittle gemütlich gemacht, dem ehemaligen Gast-Vater von einem meiner Mitbewohner welcher damals ein High School Jahr dort verbracht hat. Nach einem ortüblichen Lunch (Subway-Sandwish, Chips, Gewürzkurken und Cola) sind wir dann zum Battleship-Park gefahren,wo man neben dem mächtigen WWII-Kriegschiff U.S.S. Alabama auch viele andere historische, wie moderne Militärgeräte besichtigen kann. Am Abend hat uns dann Clint ein richtig leckeres Abendessen serviert, bei dem wir dann auch Partick Weathers getroffen haben. Patrick, seines Zeichens Cousin von Clint, entpuppte sich als ein sehr interessanter Charakter. Zum einen betreibt er eine Galerie im French Quarter in New Orleans wo er mit Da Vincis, Picasso`s  und anderer bekannter Kunstgegenständen handelt. Falls jemanden von euch noch ein Picasso in eurer Sammlung fehlt und 70 Millionen US Dollar auf der hohen Kante hat – ich kann den Kontakt gerne herstellen. Seine anderen Professionen sind dann noch Immobilienmakler, Musiker, Komiker und Schauspieler. Und das nicht ganz ohne Erfolg: In seiner Blütezeit hat der Mann in Filmen wie Wall Street (Oliver Stone Film mit Michael Douglas und Charlie Sheen) gespielt, auf dem Broadway in New York den Elvis in einem Musical gespielt, Sketche für Saturday Night Live geschrieben und gespielt, sowie  Live-Auftritte mit Bob Dylan gespielt. Der Mann konnte auf jeden Fall eine Menge interessante Geschichten erzählen, dessen Echtheit ich nach einer Online-Rechere belegen kann (war mir zuerst auch alles etwas zu bunt). Wenn wir mal wieder etwas Luft haben, werden wir auch sicher der Einladung in seine Galerie nachkommen. Am Sonntag hat es dann durchweg geregnet, was aber nichts ausgemacht hat, da wir diesen Tag eh für shoppen in einem Mega-Outlet in Gulf Shores, Alabama reserviert hatten, Am Sonntag haben wir dann den Tag in Pensacola Beach, Florida verbracht, was für mich klar das Highlight des Trips war: Türkises, klares  und warmes Wasser sowie feiner weißer Sandstrand. Als dann nachmittags ein Gewittersturm heranzog, haben wir wieder auf den Weg nach Hause gemacht. Lousiana mit seinen zahlreichen Sümpfen und historischen Plantagen wird dann sicher das Thema unseres nächsten Road-trips sein. Diesmal wollten wir einfach an Strand – und einen solchen gibt es in Lousiana nicht wirklich, da die ganze Küste von Lousiana ein riesiges Sumpfgebiet ist.

Bye Bye NOLAU.S.S. AlabamaU.S.S. Alabama CrewMobile, AL SkylineKarreBelingrafth Gardens, ALSumpfUnsere WGPensacola Beach, FLPensacola Beach, FLPensacola Beach, FLPensacola Beach, FLPensacola Beach, FLPensacola Beach, FL

Das andere große Thema der letzten Wochen war dann noch American Football, welcher hier im Süden der USA sehr beliebt ist. Zuerst haben wir uns ein Spiel der Tulane-Football Mannschaft gegen Tulsa, Oklahoma angeschaut. Und da College-Sport ja hier so beliebt ist, wurde das Spiel auch nicht auf dem Sportplatz der Uni ausgetragen sondern im Lousiana Superdome, welcher einfach mal 70.000 (!!) Sitzplätze hat. Die waren aber nicht mal ansatzweise gefüllt und das Tulane-Football Team ist eh grottenschlecht, so dass wir nach einer Stunde wieder geflüchtet sind. Viel besser waren die Tailgate-Parties, sprich Parties vor dem Spiel, welche auf dem Parkplatz stattfinden. Dort kann man nämlich irgendwie immer freies Essen und Bier finden. Da ein solches schlechtes Footballspiel sicher nicht repräsentativ ist, haben wir uns entschlossen ein richtiges NFL-Spiel im Superdome anzuschauen. Für 60 Dollar haben wir dann noch einige der letzten Karten für das Spiel New Orleans Saints Vs Detroit Lions ergattern können. Auch wenn dieses Spiel dann um längen besser war als das College-Spiel – Begeisterung für diesen Sport konnte sich bei mir dennoch nicht entwickeln. Zu viele Unterbrechungen und mit mehr als 3 Stunden einfach zu lang. Es war es aber trotzdem wert das mal erlebt zu haben – immerhin gilt der Superdome zu Saints-Spielen als einer der lautesten Stadien der USA.

Tulane FootballSaints FootballSaints FootballSaints Football

Zum Schluss möchte ich hier dann doch mal ein paar Worten zu meinen Kursen sagen. Da diese ja einen recht engen Focus auf Investments und Finanzierungswesen haben, kommt es nicht selten vor das ich mich in letzter Zeit für diese Wahl rechtfertigen muss. Ich werde dann gefragt, warum ich hier Methoden und Modelle erlerne, welche sich im Zuge der Finanzkrise als Müll erwiesen haben. Das ist natürlich totaler Käse, da die meisten Modelle auf mathematischen Zusammenhängen basieren – und Mathematik lügt ja bekanntlich nie. Allerdings ist der Output solcher Modelle nur so gut wie dessen Input. Sprich, wenn man Müll reinpackt kommt auch nur Müll heraus. Und mit Müll meine ich jetzt die grundlegend falsche, aber sehr populäre Annahme, dass man die Zukunft auf Basis der Vergangenheit voraussagen kann. Warum ist diese Annahme denn so populär? Ich würde sagen, es liegt daran, dass sie bis 2008 meisten recht gute Ergebnisse geliefert hat und – viel bedeutender – weil es schlichtweg keine wirklich bessere Alternative gibt die Zukunft vorauszusagen.

Achja, zu guter Letzt noch ein weiteres Beispiel für das teilweise extreme Wetter hier New Orleans: Letztens hat es 5 Minuten lang geregnet, obwohl weit und breit keine Regenwolke zu sehen war. Das war dann schon etwas unheimlich. Und hier noch eine kleines Video, welches ich von unserer Terrasse aufgenommen hab als ein Gewitter uns des Stromes beraubt hat:

http://www.youtube.com/watch?v=qHt5SHvtdTY

Add comment | September 14th, 2009

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Tulane University

Diesen Eintrag möchte ich gerne ganz meiner Uni widmen – besonders da ich nach meiner Toronto-Berichtserstattung den einen oder anderen Kommentar anhören musste a la: “Du faule Ratte machst ja nur Party, gehst auch mal zur Uni?”.  Zugegeben, Party war kein unerheblicher Teil meines damaligen Exchanges, nur, dass damals nicht meine Noten darunter gelitten haben – Bestnote in fast allen Fächern. Kurz gesagt, die Ausbildung damals in Toronto war für die Tonne.

Auch wenn es viele nicht glaube wollen, aber diesmal hab ich bewusst die Tulane University gewählt, weil diese mir am besten bei der Umsetzung meiner akademischen Ziele helfen kann. Damit das jetzt nicht zu geeky klingt, muss ich natürlich zugeben, dass die kulturellen Aspekte New Orleans’ auch eine gewisse Gewichtung gehabt haben. Leider kommen diese Aspekte viel zu kurz seitdem die Uni richtig angefangen hat – bzw. sie sind gar non-existent. Momentan bringt mich die Uni auf jeden Fall fast um. Überrascht darüber bin ich aber nicht – schließlich sind fast alle meine Kurse aus dem sechst besten Finanz-Studienganges der Welt (Financial Times Ranking). Aber auch hier wird nur mit Wasser gekocht und deshalb denke/hoffe ich das sich dieser enorme Stress bald in gesunden Stress wandeln wird. Der ein oder andere Schlaumeier wird sich jetzt sicher denken, dass der Stress ja gar nicht so schlimm sein kann, wenn der Typ ja die Zeit hat einen Blog-Eintrag zu schreiben. Zu meiner Verteidigung muss ich jetzt aber sagen, dass ich heute schon neun Stunden in einem Equity-Analyst Workshop saß, in dem es nur eine 5-Minuten Pause nach sechs Stunden gab (!!!). Nicht zu verachten ist auch der Umstand, dass heute Samstag ist und morgen, sprich Sonntag, schon der nächste auf mich wartet - d.h.  11 Tage Uni am Stück mit fast täglich gestaffelten Projektabgaben. Wie auch immer, heute kriege ich nix mehr in die Birne gedrückt, deshalb brauche ich mal etwas Ausgleich in Form von Blogeintragsverfassung. So nun genug Rumgeheule, ich werde jetzt mal etwas zu meinen Kursen schreiben.

 

Ethics in Accounting & Finance (Ethik im Rechnungswesen und Finanzierung) – Ich hatte vor einiger Zeit in der Welt mal ein Interview mit dem Dalai-Lama gelesen, welcher sagte, dass alle Banker (im weiteren Sinne) einen Ethik Kurs belegen sollten. Dieses Interview hat mich dann also wirklich dazu bewegt einen solchen Kurs zu wählen. Nach der ersten Stunde habe ich aber gemerkt, dass es hier nur wie im Konfirmandenunterricht zugehen wird – ganz fix wieder abgewählt. Außerdem denke ich nicht, dass ich auf diesem Gebiet irgendwelche Defizite habe.

 

Real Estate Development & Finance (Immobilien Entwicklung und Finanzierung). Da Seth’s Daddy (mein LA - Kumpel) der dickste Immobilen-Hai von ganz Kalifornien ist und ich gesehen hab was für Annehmlichkeiten das mit sich führen kann,  dachte ich mir, dass ein kleiner Blick in dieses Ressort sicherlich nicht schaden kann. Der Professor war zwar einer der lustigen Sorte aber auch der größte Angeber den ich je gesehen. In der ersten Stunde hat er uns nur von seinen etlichen Milliarden Dollar-Firmen, seinen Autos und Häusern erzählt. Damit ich ihm das nächste mal nicht vor die Füße breche, habe ich den Kurs sicherheitshalber auch gleich wieder abgewählt.

 

Investments – Super Investitionstheoriekurs mit einem echt tollen Professor. Der sieht aus wie Arnold Schwarzenegger und hat auch genauso viel Energie. Dieser Kurs spezialisiert sich hauptsächlich in Portofoliotheorie.

 

Financial Accounting Seminar – Hier muss ich zugeben, dass ich bereits einiges an Vorwissen habe. Allerdings nur theoretisches Vorwissen. Der ist der Kurs sehr praktisch orientiert, und deshalb lerne ich noch sehr viel im Unterricht. Ein weiterer Grund ist sicherlich auch der Professor, welche schon an Yale und Columbia unterrichtet hat und die Wall Street Analysten von Morgen Stanley in New York ausbildet. (Zuletzt auch die Banker von Lehman Brothers – damit sollte man aber nicht zu sehr angeben). Auf jeden Fall ein sehr schlauer Fuchs, ein super nett Typ und ein echt klasse Unterricht.

 

Energy Fundamental & Trading (Energie Grundlagen und Handel) – Dieser Kurs lehrt neben den Grundlagen der Branche hauptsächlich den Handel mit Energie-Rohstoffen und anderen Energie-Produkten. Das attraktive an dem Kurs ist, dass er im brandneuen 2,5 Millionen US$ Trading-Raum der Uni unterrichtet wird. Dort können – wie auf den echten Trading-Floors in New York oder Chicago - in Echtzeit eben jene Güter gehandelt werden, Anschreien inbegriffen. Der Professor kann dann jederzeit fiese Szenarien generieren und damit unsere Trading-Strategien auf den Prüfstand stellen. Da ich momentan aber noch zu viele Kurse habe, steht der Kurs ganz oben auf der Abschussliste. Der ist zwar sicherlich total interessant, aber das ist hier halt irgendwie jeder Kurs und irgendeiner muss halt weg.

 

 Trading RoomTrading Room

 

Financial Modelling – Der Professor sieht aus wie zwölf und hat ne ganz schlimme 80er Jahr Frisur. Nichtsdestotrotz ist das einer von der ganz schlauen Sorte – vor New Orleans hat er sieben Jahre lang komplexe Phyiskmodelle in Moskau entwickelt und unterrichtet. Mit dem Kurs tue ich mir momentan noch etwas schwer – der Junge ist extrem fix und die den Modellen unterliegenden Theorien hab ich zum Teil noch nicht gehabt (der entsprechende Kurs  fängt erst im Oktober an). Immerhin ist es beruhigend zu sehen, dass die menschlichen Taschenrechner in meinen Kurs (Chinesen und Inder) dann auch schon mal auf Stand-by schalten müssen. Ich werde den Kurs aber durchziehen – wird schon irgendwie klappen.

 

Fixed Income Analysis – Dieser Kurs fängt erst eben im Oktober an und beschäftigt sich mit Finanzprodukten mit fixen Einkommen (Anleihen, Finanzderivate etc.)

 

Valuation and Financing Enterprises (Unternehmensbewertung und –Finanzierung). Spezialisierungskurs in dem oben genannten Tätigkeitsbereich. Der Professor war bei der Army und ich bin mir fast sicher, dass er immer noch denkt dabei zu sein. Zumindest fühle ich mich manchmal wie im Bootcamp. Trotzdem hat er viel auf dem Kasten und ich kann bei ihm sicherlich ne Menge lernen.

 

Burkenroad Reports – Dieser Kurs in eine echte Granate. Burkenroad Reports ist das Excellenz-Programm der Business School – gelobt von Wall Street Journal, New York Times, CNN etc.-  und in seiner Form einzigartig in den USA. Um an einen der 60 Plätze zu kommen,  musste ich eine extra Bewerbung mit Fragebogen, Noten-Transkript und Lebenslauf beifügen. Was mach ich dort? – Im Grunde genommen, dass praktisch anwenden, was ich in den anderen Finanzkursen hier so gelernt habe. Am Ende müssen wir dann in kleinen Gruppen einen Analysten-Report zu einer zugeteilten Firma anfertigen. Die Krux – unsere Analysen werden dann an 55.000 institutionelle Investoren verteilt, welche dann ihre Investitionsentscheidungen davon abhängig machen. Darüber hinaus bilden unsere Reports auch eine Entscheidungsgrundlage für den Tulane Mutual-Fund (75 Millionen US$ – klein aber fein). Darüber hinaus fahren wir auf Kosten der Uni zu der Firma und werden das Top-Management der Firma interviewen (sprich CEO, CFO, COO, etc.). Die Philosophie des Kurses ist dabei sich auf Unternehmen mit kleiner oder mittlerer Marktkapitalisierung zu analysieren. Dies basiert auf der Annahme, dass die großen Unternehmen effizient sind (und eh schon von einer Menge Analysten abgedeckt wird), wobei in kleinen Unternehmen durch Ineffizienz noch viel Wertzuwachspotential haben. „Stock under Rocks“. Unser 4-Mann Team wird dabei die Cleco Corporation analysieren; ein kleines Energieunternehmen aus Alexandria, Lousiana mit einem kleinem Atomkraftwerk. Man hat uns gesagt, dass dieser Kurs “extrem schwer” sei - naja, das hab ich schon öfters gehört, das wollen wir erstmal abwarten. Im Laufe des Programms werden wir auf jeden Fall von allen möglichen Experten gecoacht – unter anderem kommt Howard Marks zu uns, welcher nach Aussage unseres Professors „die wichtigste Stimme der internationalen Investmentgemeinde“ sei. Dieser Part wurde letztes Jahr übrigens von keinem geringeren als Warren Buffet übernommen – seines Zeichens legendärer Investor, reichster Mann der Welt und Finanzberater von Obama. Achja, und der Professor ist auch super.

 

Nun drängt sich natürlich der Vergleich zur Copenhagen Business School auf. Meiner Meinung ist das aber schwer zu vergleichen. Während zuhause der Unterricht viel theoretischer ist und sehr viel gelesen werden muss, wird in den USA sehr viel Wert auf praktische Anwendung gelegt. Und das ist auch genau das was ich will – mit praxisorientiertem Accounting und Finance Unterricht Excel zum glühen bringen. Auch wenn die Amerikanische Studenten in Sachen Praxis den Europäischen voraus sind; in sauberer wissenschaftlicher Arbeit mangelt es aber Vielen hier. Ein weiterer Unterschied ist, dass hier andauernd Leistung abgefordert wird, während in es Europa meistens nur ein einziges finales Examen am Ende gibt. Wie gesagt, ich finde man kann hier nur schwer Vergleiche anstellen.

 

Die A.B. Freeman School of Business der Tulane University – sprich meine Business School – ist die älteste Business School der USA. Und das merkt man auch wenn man über den Campus schlendert: Viele alte Gebäude im römisch angehauchten Stil, großzügige Grünflächen und große alte Eichen. Sie wurde von jüdischen Einwanderern gegründet – was sich heute noch dadurch zeigt, dass wir zu allen möglich jüdischen Feiertagen keinen Unterricht haben. Den Studenten bieten die Uni übrigens auch noch Shuttles an, die einen kostenfrei vor die Haustür kutschieren. An den Wochenenden kann man die Shuttles sogar nach einer durchzechten Nacht im French Quarter rufen – auch dies ist gratis. Nicht zu vergessen ist auch das die Masterstudenten (von denen es nicht viele gibt) ihr eigenes Gebäude habe, was deutlich komfortabler ist als die Hütte für die Bachlors. Was natürlich hier auch nicht fehlen darf ist das Uni-Branding, sprich man kann alle möglichen Produkte mit dem Logo/Schriftzug der Tulane University kaufen.

 

Wie auch immer, ich muss jetzt mal langsam zum Ende kommen. Ich habe eigentlich noch 1000 andere Dinge zu erzählen, aber irgendwann muss ich auch mal ins Bettchen.

 

Tulane CampusTulane CampusTulane CampusTulane CampusTulane CampusTulane CampusTulane CampusTulane CampusTulane CampusTulane CampusNur für MastersBlick von Uni auf NOLA Skyline -links unten ist der Superdome zu sehenDie Bachelors ziehen ein - mit sieben FedEx Trucks!GangTulane CampusDamit mit man es nicht vergisst…

 

Add comment | August 30th, 2009

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New Orleans

Die erste - und wahrscheinlich anstrengenste Woche - ist rum. Was ich von New Orleans (Kurzform: NOLA von New Orleans, LousiAna) war schon sehr beeindruckend. Definitiv eine Stadt mit zwei Gesichtern: Auf der einen Seite das einzigartige Flair, Kultur, Essen, Wetter und das sehr schöne Stadtbild. Dem gegenüber stehen die Narben von Katrina und die hohe Kriminalität. Über letzteres will ich hier aber nicht viel schreiben, schließlich will ich ja keinen in Sorge versetzten und eigentlich ist auch das Risiko durch die Kriminalität durch einfache und klare Regeln zu minimieren.

Aber nun schön der Reihe nach. Angefangen hat alles noch Phoenix, wo es sehr heiß und sehr trocken war. Via Dallas/Ft. Worth (was aus der Luft wie Flensburg aussieht - siehe Bild) ging es dann endlich nach New Orleans, wo es immer noch sehr heiß ist, aber diesmal eben auch extrem feucht. Wenn man aus dem Flughafen vor die Tür tritt ist etwa so als bekomme man einen heiße, nassen Lappen ins Gesicht geschleudert. Die ersten paar Tage haben wir eigentlich nur damit verbracht eine Unterkunft zu finden. Die Uni hat uns einige Möglichkeiten angeboten, wovon wir dann auch eine genommen haben nach intensiver Recherche im freien Markt. So wohnen wir nun in unserem eigenen Haus, 20 Minuten zu Fuß/ 5 Minuten mit dem Fahrrad von der Uni entfernt. Mit wir meine ich Thomas, Torben (Dänemark) und Karin (Österreich). Adresse gibt es auf Anfrage.

 Unsere StraßeUnser HausUnser HausWohnzimmerKüche

Wenn ich jemanden in Europa erzählt habe, dass ich nach New Orleans gehe, habe mich viele Leute gefragt was ich dann dort wolle. Wenn ich jemanden in Los Angeles oder Phoenix erzählt habe, dass ich nach New Orleans gehe habe ich immer Begeisterung hervorgerufen – denn die New Orleans, auch „The Big Easy“ genannt, ist vor allem in den USA für ihre Party-Qualitäten bekannt und berüchtigt. Öffentliches Trinken auf der Straße erlaubt (fast überall woanders in den USA verboten), Bar und Clubs haben bis 6 Uhr morgens offen oder schließen gar nie (fast überall woanders in den USA schließen die Bars um 2 Uhr), Alkohol im Supermarkt (fast überall woanders in den USA gibt es Alkohol nur in extra Läden zu kaufen), rauchen überall erlaubt (fast überall woanders in den USA verboten), man ein Getränk von einer Bar in die andere mitnehmen(fast überall verboten) und vor allem: MARDI GRAS jedes Wochenende, d.h. überall wird zu Lifemusik gefeiert. Die Balkone im French Quarter sind gefüllt und bilden eine Verbindung zu den Parties auf der Straße und in den Bars/Clubs. Viel zu sehen sind auch die Mardi Gras Perlenketten (Beads), die zum Mardi Grass Karneval durch die Gegend geworfen werden (welche dann ganzjährlich in den Bäumen hier hängen bleiben). Neben einer sehr ausgeprägten Partykultur, gibt es auch eine ebenso ausgeprägte Jazzkultur, wobei es hier sicher große Schnittmengen gibt. Überall wird hier Jazz gespielt, aus den Lautsprechern am Flughafen, in den Taxis, Einkaufsmärkten und vor allem natürlich Live in vielen Bars. Das kann man sich dann ungefähr so vorstellen wie es das Titelbild meines Blogs zu suggerieren versucht. Einhergehend damit ist auch der Konsum und das Angebot von Zigarren.

 

Das Stadtbild von New Orleans enttäuscht meine Erwartungen auch in keinster Weise. Ganz im Gegenteil – alles ist noch extremer als ich es mir vorgestellt habe. In New Orleans – schönste Stadt im Süden der USA und Schmelztiegel verschiedener Kulturen – hat sich ein ganz eigener Flair, ein ganz eigener Stil entwickelt. Das gilt besonders für das French Quarter (für das ich bei Gelegenheit auch mal ordentliche Bilder nachliefern werden, alle Bilder bis jetzt sind eher Zufallsfunde). Aber auch der Rest von NOLA ist gesäumt von alten Häusern im viktorianischem Baustil, Palmen und alten stämmigen Eichen dessen Wurzeln fast überall die Gehwege aufgebrochen haben. Nicht zu vergessen sind die alten Schaufelraddampfer auf dem Mississippi.

NOLANOLANOLANOLANOLAFrench QuarterFrench QuarterFrench QuarterBeadsDallas,TX von oben - wie zuhause

Auch eine einzigartige Essenkultur wird hier gelebt – die kreolische Cajun Küche. Das heißt dann „Oyster Estoufè“, „Jambalya“ oder „Gumbo“. Dabei wird viel mit Schrimps, Krabben, Krebsen, Hummer, Krokodil und vor allem Tabasco gekocht - zu sehr fairen Preisen. Besonders Tabasco ist hier sehr populär. In jedem Supermarkt sind eigentlich zehn verschieden Sorten der Soße zu finden, es gibt Tabasco Chips, Majonaise und sogar Tabasco-Kekse und Tabsco- Kuchen. Dazu wird nicht selten „Southern Comfort“ getrunken, einen Whiskey Likör aus New Orleans. Wenn man auf die Flasche schaut kann man den Riverbend erkennen, dem Ort wo der Mississippi in NOLA eine enge Kurve zieht und ungefähr dort, wo die Uni und meine Unterkunft liegt.

Teller: Jambalaya, Suppe: GumboHummerKrebs EtouffeTabasco Chips

Vielleicht nicht einzigartig, aber dafür als sehr extrem kann man das Wetter hier beschreiben. Dieses gilt als sehr unberechenbar hier - es kann sich hier blitzschnell ändern. Z.B. hatten wir letztens auf dem Weg zu Wall Mart noch strahlenden Sonnenschein, als wir dort fertig waren hat es dann so heftig geregnet wie es vielleicht das letzte mal vor 3 Jahren in Flensburg erlebt habe. Was ich aber noch nie erlebt habe ist, dass es wirklich fast 1 1/2 Stunden so heftig durchgeregnet hat. Auf dem Weg nach Hause stand unser Taxi dann fast manchmal bis zu den Türen im Wasser. Unser Vermieter sagte und aber, dass das noch gar nicht gewesen sei im Vergleich dazu was sich noch alles in der jetzt beginnenden Hurrikane Saison abspielen wird. Er berichtet von faustgroßen Tropfen, welche 4-5 Stunden ununterbrochen auf die Erde prasseln sollen. Wir werden sehen. Im Allgemeinen brüllt eigentlich immer irgendwo ein Gewitter, zwei von solchen heftigen Gewittern gibt es momentan fast täglich und die Gewitterwolken türmen sich so hoch auf wie es nie zuhause gesehen habe. Der Regenschirm ist also ein Pflichtutensil hier, genauso wie der Pullover für den Eisschrank namens Tulane University.  

 

Ankunft am FlughafenGewittersturmGewittersturmÜberflutungUnsere Straße nach einem Gewitter

Was Hurrikane angeht, ist man hier eigentlich bestens versorgt. Wir hatten hier schon ein Info-Meeting über Hurrikane und mussten uns dort mit einem Rettungsplan registrieren, für dann Fall, das die gesamte Stadt evakuiert werden muss. Sobald ein Hurrikane den Golf von Mexico erreicht, entscheiden die Uni darüber ob evakuiert wird oder ob lediglich die Uni geschlossen wird. Im Evakuierungsfall komme ich aber in Mobile, Alabama bei Freunden meines Mitbewohners unter oder wir werden von der Uni aus in Bussen in eine Sporthalle nach Jackson, Mississipi transportiert. Dies ist dann doch um Welten besser als eine Evakuierung in den Superdome, in dem es während Katrina ja schrecklich gewesen sein muss. Fast keine Hygiene, wenig Wasser und Essen, Raub und sogar Morde sollen sich in der Sporthalle geschehen sein, welche die letzte Zuflucht für die war, die zu spät versucht haben die Stadt zu verlassen. Es gibt aber auch viele Stürme bei denen nicht evakuiert wird. Trotzdem kann da denn schon mal der Strom für mehrere Tage ausfallen, deshalb wird hier geraten genug Wasser, Lebensmittel und Taschenlampen zu lagern (Was wir auch schon getan haben).

 

Im Allgemeinen hat Katrina die Stadt sehr hart getroffen. Vier Jahre danach ist zwar vieles neu aufgebaut worden, vieles ist aber immer noch im Aufbauprozess, manchmal findet man sogar noch ganze Straßenzüge, die noch voll zerstört sind. Unser Viertel wurde damals nicht so sehr überflutet, da wir hier in Uptown und neben einem Friedhof wohnen, welche aufgrund des hohen Grundwasserspiegels, immer recht hoch liegen muss. Nichtsdestotrotz hat Katrina auch hier ihre Spuren hinterlassen. Ein Tornado (welche in einem Hurrikane entstehen können) hat die Werkstatt von meinem Vermieter plattgewalzt und damit einen Schaden von 80.000 USD angerichtet. Was auch noch sehr auffällt, sind die Codes die damals von der Polizei nach Überprüfung an jedes Haus gesprüht worden sind bevor die Stadt wieder freigegeben worden ist. Ich hab mal den Code von meinem Vermieter fotografiert, welcher folgend decodiert wird: 9-11 ( 11. September, Tag der Überprüfung), BP (Boston Police, damals hat man Polizisten aus den ganzen USA zusammengerufen um alle Häuser zu überprüfen), NE ( No Entry, heißt die Polizisten haben das Haus nur äußerlich gecheckt und haben es nicht aufgebrochen.)

 

Katrina Polizei CodeKatrina HausKatrina HausKatrina HausKatrina Haus

3 comments | August 22nd, 2009

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Phoenix

Der Unterschied könnte nicht krasser sein. Morgens noch wurde ich noch in einer Edelkarosse von Seth’s Angestellten nach LA Downtown zur Busstation gefahren, mittags sitze ich  dann im engen und heißen Greyhound-Bus. Letzterer wird wenn möglich von Amerikanern gemieden, so dass man im Greyhound nur auf Menschen trifft, welche sich weder Auto noch Flug leisten können. Auch die klimatisch musste man einiges Einstecken können. Während es in LA noch milde 22 °C waren, schossen die Temperaturen in Indio, CA – unserem ersten Stopp – schon auf 48 °C. Zwar ist dies eine trockene Hitze – aber brennen tut es trotzdem auf der Haut. In Phoenix wurde ich dann von Olaf  mit seinem Baron Cabrio abgeholt. Allerdings kann man in der Mittagssonne nur geschlossenem Verdeck fahren, es sei man wollte schon immer mal wissen wie es sich anfühlt ein Würstchen in der Pfanne zu sein.

Olaf selber kommt im Airline Training Center Arizona – kurz ATCA – auch bekannt als ATCAtraz - in Good Year unter, einem Vorort von Phoenix. Phoenix selber ist mit 5,5 Millionen Einwohner einer der größten Städte der USA. Viel zu sehen gibt hier allerdings nicht, außer Wüste und Shopping Malls mit großen Parkplätzen. Angeblich kann man durch ganz Phoenix auf Parkplätzen fahren. (Übertreibung dient illustrativen Zwecken) Ich frage mich wirklich wer hier freiwillig wohnen möchte. Nichtsdestotrotz hatte ich eine tolle Zeit.

Am Mittwoch haben wir versucht in den Estrella Mountains  zu wandern. Wir wussten, dass es dort heiß ist und haben deshalb vorbildlich gepackt und  uns gekleidet, sowie mit 2,4 Km eine relativ niedliche Strecke ausgesucht. Allerdings war es so extrem heiß, da wir nach 400 Metern aus Sicherheitsgründen entschieden haben umzukehren. Das war auch bitter nötig, denn als wir nach einer halben Stunde und 800 Metern wieder am Auto angekommen sind, war unser Wasser schon zur Hälfte weg und ich fast mental auch. Der nächste Starbucks hat dann Abhilfe geschaffen – allerdings musste dafür noch mal einer dieser Parkplätze überquert werden auf dem ich fast wieder zusammen geklappt wäre. Ich hätte nie gedacht, dass die Hitze so schnell einem aus der Bahn werfen kann. Von diesem Tag an haben extreme Temperaturen deutlich an Respekt bei mir gewonnen.
Phoenix, DowntownEstrella SP48 °C - Estrella SPKurz vor Ende/AusWildflower Bread Soup Bowl

Am Donnerstag sind wir dann nach Sedona, AZ gefahren. Sedona ist ein sehr berühmtes Künstlerdorf inmitten der Red Rocks. Dort sind wir dann in den Slide Rock State Park gefahren, in dem man – wie der Name schon erahnen lässt – auf Felsen einen Fluss herunterrutschen kann. Vielmehr reizten aber dann doch die Klippen von denn man springen kann. Bei 7-8 Metern war dann aber auch für mich das Limit erreicht. Auf der Rückfahrt sind wir dann noch in Jerome, AZ vorbeigekommen. Dieses Örtchen liegt hoch an einem Hang an einer Serpentinenstraße, von welcher man einen unglaublichen Blick auf die Red Rocks – Landschaft hat.

Olaf’s BaronSedona, AZSlide Rock SP - Sedona, AZbei Prescott, AZ

Am Freitag bin ich dann – da Olaf fliegen musste – mit seinen zukünftigen Kollegen nach Tempe gefahren, einen Universitätsvorort mit einer großen Auswahl an Bars. An dieser Stelle seien auch die diversen Rituale zu erwähnen, welche Neuankömmlinge oder frische Soloflugschüler über sich ergehen lassen müssen. Solche „Welcome“ oder „Solo-Parties“ arten dann schon mal gerne ziemlich aus. Natürlich sieht man davon nichts in den Reportagen von Pro7 oder VOX – der ein oder andere würde wohl nie wieder ein Flugzeug besteigen.

Good Year Flugzeug FriedhofKäpt’n OlafSimulatorGoodyear Airliner Cemetery

Zum Abschluss haben wir uns dann zum Ziel gesetzt die amerikanische Waffenkultur zu erkunden. Welcher Ort eignet sich dort besser als ein Schießverein? Einfach am Gäste Check-in angestellt, den Ausweis abgegeben, vier Minuten Einführungs-Video gesehen, ein paar Unterschriften und schon konnte wir uns dem Waffenarsenal nehmen was uns lieb ist. Den Anfang machte eine halb-automatische Glock mit jeweils 50 x 11,4 mm Schuss. Es folgte dann das voll-automatische G36 Sturmgewehr mit jeweils 2×25x 6mm. Neben unserer Stand waren zwei übrigens Halbstarke mit einer M6 zugange, noch ein Stand weiter ein ca. 12 Jähriger der  mit seinem Vater munter mit einem Colt am rumballern durfte. Da ich auf diesem Gebiet ja noch recht jungfräulich unterwegs gewesen war, bin natürlich zu einigen Erkenntnissen über Waffensport gekommen: 1.) Waffen sind viel lauter als in der Glotze 2.) Auch eine Handfeuerwaffe kann schon mächtig Rückstoß haben 4.) Jeder Idiot kann sich eine Waffe zulegen 3.) Schießsport ist teuer und 4.) es gibt mir nicht wirklich etwas, ich muss es nicht noch mal machen. Alleine schon der letzten Erkenntnis wegen hat es sich gelohnt so etwas einmal ausprobiert zu haben. Und damit sollte ich jetzt vor allem meine Oma wieder beruhigt haben.
GlockGlockGlockG36G36G36

1 comment | August 11th, 2009

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$$$ Los Angeles $$$

Los Angeles - kaum eine Stadt polarisiert wohl wie diese. Die einen hassen sie . kategorieren als hässlichen und lebensfeindlichen Moloch. Die anderen strömen in Massen zu den Stränden und Vierteln in West LA & Malibu.  Zugegeben, die Stadt macht es nicht einem nicht leicht. 14 Millionen Einwohner, fast genausoviele Auto`s, hunderte Radiostation, die hälfte davon auf Spanish. 10 Suprige Highways, der Smog, der kapitalismus per Excellance. Besonders letzteres trägt massiv zur Reizüberflutung und Erschöpfungserscheinungen bei Neulingen bei. Alles was das Herz begehrt wird hier einem pentrant vor die Nase gehlten auf riesigen Plakaten an jeder Straßenecke, im Radio oder Fernseher: Pfannkuchen mit Oreokecksen oder Baconaise – die Mayonaise mit Bacongeschmack.

KalifornienLA

Mein persönliches LA- Abenteuer könnte allerdings nicht besser sein können. Zu verdanken habe ich das sicherlich zu großen teilen meinem Freund Seth, den in Kopenhagen kennengelernt habe und welcher mich für ein Wochenende in sein Anwesen in Bel Air eingeladen hat. Was hier pompös klingt, ist es auch. In bester Lage am Sunset Blvd. mit Tennisplatz, Pool, zwei 24 Std. Angstellten und einem Fuhrpark voller Edelkarossen – Von Maserati über Land Rover bis Mercedes AMG, sowie mit (ehml.) Michael Jackson und der Playboy Mansion einen illustre Auswahl an Nachbarn. Erwartungsgemäß pompös wurde mir dann auch der Empfang bereitet. Noch gleich am Donnerstag sind wir nach Hollywood um erst in der Skybar – eine Poolbar mit Ausblick auf die Lichter der ganzen Stadt – und dann im Hyde – einem kleinen von Papperazzi belagerten  auf dem Sunset  Blvd. zu feiern. Alles ohne warten, da Seth dort jeden kennt. Besonders der Hyde Club war super mit noch nie erlebter Qualität der musikalischen Untermalung.

Seth`s PlaceMein Zimmer
Da Seth am Freitag arbeiten musste war ich erstmal auf mich alleine gestellt. Mehr oder weniger – mein Frühstück wurde mir von den Angestellten serviert. -jegliche Hilfsangebote bei der Zubereitung sowie beim Abwaschen stießen auf Taube Ohren. Mir sollte es recht sein. Mit meinem Mietwagen bin ich dann nach Marina del Ray gefahren um mit Saki mittag zu essen – Saki habe ich vor 8 Jahren bei meinem EF Aufenthalt in Los Angeles kennen gelernt und seit dem jedes mal besucht als ich in der Stadt war. Den Nachmittag habe ich dann im Getty Center verbracht – einem bekanntem Museum in den Hügeln von Bel Air mit beeindruckender Architektur und Kunstsammlung  - Gemaltes von Rembrand oder Fotografiertes von Man Ray. Auf Seth`s Vater`s Kosten waren wir dann im angeblich besten (und sicher teuerstem) Sushi Restaurant der Stadt – zu meinem Erstaunen war es dann auch wirklich sehr lecker und füllend.  Noch ein ein paar Drinks im Beso auf dem Hollywood Blvd., das Restaurant von Eva Langoria bevor wir dann den Abend im MyHouse in Hollywood verbracht haben.

Getty Center405 NorthKOI - La CienegaBeso - Hollywood Blvd.My House - Sunset Blvd.My House - Sunset Blvd.

Am nächsten morgen ging es uns dann auch erwartungsgemäß suboptimal Kein Anlass um sich zu entspannen für Seth. Forsch wurde ein Liquor Store in Beverly Hills geplündert um dann mit Freunden den Nachmittag am Pool zu verbringen. Gegen 22h mussten wir uns dann aber im Kampf gegen das Sandmännchen geschlagen geben.
Frühstück wurde auswärts gegessen und mal wieder vom Vater Cohen bezahlt. Was folgte war dann ein super entspannender Nachmittag mit Freunden in Zuma Beach in Malibu, einem unglaublich schönen Flecken Erde. Zum Abendessen waren wir dann zu Freunden der Familie der Familie in den Hills eingeladen. Essen war super – nur leider musste ich mir den ganzen Abend anhören was Obama für ein Schwachkopf sei und wie sehr seine Frau einem Affen ähnelt. Meine gefragten Diskussionsbeiträge zur Obama`s Bildungs- und Gesundheitspolitik wurde zwar zu Kenntnis genommen aber als elitäres europäisches Geschwafel abgestempelt – nicht alle in Kalifornien sind so liberal wie oft behauptet wird. Danach sind wir wieder nachhause, wo wir uns dann wieder mit ein paar Freunden von Seth getroffen haben. Alles Kinder reicher Eltern – z.B. hab ich dort den Sohn von Sergio Mendes kennengelernt. Wir sind dann alle zusammen wir noch mal ins Hyde nach Hollywood, welcher mit ca. 100 Leute fast unerträglich voll war – was daran lag das einige Fußballer vom FC Barcelona im Club waren, die hatten am Samstag ein Spiel gegen Los Angeles Galaxy. Achja und die Tochter von David Hasselhof war auch da –  genau diejenige die das legendäre Burger Video gemacht und veröffentlicht hat.

Seth`s PlaceSeth`s PlaceSeth`s PlaceSeth’s PlaceMichael Jackson’s HausMalibuMalibuMalibu - Zuma BeachHyde - Sunset Blvd

1 comment | August 4th, 2009

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