Phoenix
August 11th, 2009
Der Unterschied könnte nicht krasser sein. Morgens noch wurde ich noch in einer Edelkarosse von Seth’s Angestellten nach LA Downtown zur Busstation gefahren, mittags sitze ich dann im engen und heißen Greyhound-Bus. Letzterer wird wenn möglich von Amerikanern gemieden, so dass man im Greyhound nur auf Menschen trifft, welche sich weder Auto noch Flug leisten können. Auch die klimatisch musste man einiges Einstecken können. Während es in LA noch milde 22 °C waren, schossen die Temperaturen in Indio, CA – unserem ersten Stopp – schon auf 48 °C. Zwar ist dies eine trockene Hitze – aber brennen tut es trotzdem auf der Haut. In Phoenix wurde ich dann von Olaf mit seinem Baron Cabrio abgeholt. Allerdings kann man in der Mittagssonne nur geschlossenem Verdeck fahren, es sei man wollte schon immer mal wissen wie es sich anfühlt ein Würstchen in der Pfanne zu sein.
Olaf selber kommt im Airline Training Center Arizona – kurz ATCA – auch bekannt als ATCAtraz - in Good Year unter, einem Vorort von Phoenix. Phoenix selber ist mit 5,5 Millionen Einwohner einer der größten Städte der USA. Viel zu sehen gibt hier allerdings nicht, außer Wüste und Shopping Malls mit großen Parkplätzen. Angeblich kann man durch ganz Phoenix auf Parkplätzen fahren. (Übertreibung dient illustrativen Zwecken) Ich frage mich wirklich wer hier freiwillig wohnen möchte. Nichtsdestotrotz hatte ich eine tolle Zeit.
Am Mittwoch haben wir versucht in den Estrella Mountains zu wandern. Wir wussten, dass es dort heiß ist und haben deshalb vorbildlich gepackt und uns gekleidet, sowie mit 2,4 Km eine relativ niedliche Strecke ausgesucht. Allerdings war es so extrem heiß, da wir nach 400 Metern aus Sicherheitsgründen entschieden haben umzukehren. Das war auch bitter nötig, denn als wir nach einer halben Stunde und 800 Metern wieder am Auto angekommen sind, war unser Wasser schon zur Hälfte weg und ich fast mental auch. Der nächste Starbucks hat dann Abhilfe geschaffen – allerdings musste dafür noch mal einer dieser Parkplätze überquert werden auf dem ich fast wieder zusammen geklappt wäre. Ich hätte nie gedacht, dass die Hitze so schnell einem aus der Bahn werfen kann. Von diesem Tag an haben extreme Temperaturen deutlich an Respekt bei mir gewonnen.
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Am Donnerstag sind wir dann nach Sedona, AZ gefahren. Sedona ist ein sehr berühmtes Künstlerdorf inmitten der Red Rocks. Dort sind wir dann in den Slide Rock State Park gefahren, in dem man – wie der Name schon erahnen lässt – auf Felsen einen Fluss herunterrutschen kann. Vielmehr reizten aber dann doch die Klippen von denn man springen kann. Bei 7-8 Metern war dann aber auch für mich das Limit erreicht. Auf der Rückfahrt sind wir dann noch in Jerome, AZ vorbeigekommen. Dieses Örtchen liegt hoch an einem Hang an einer Serpentinenstraße, von welcher man einen unglaublichen Blick auf die Red Rocks – Landschaft hat.
Am Freitag bin ich dann – da Olaf fliegen musste – mit seinen zukünftigen Kollegen nach Tempe gefahren, einen Universitätsvorort mit einer großen Auswahl an Bars. An dieser Stelle seien auch die diversen Rituale zu erwähnen, welche Neuankömmlinge oder frische Soloflugschüler über sich ergehen lassen müssen. Solche „Welcome“ oder „Solo-Parties“ arten dann schon mal gerne ziemlich aus. Natürlich sieht man davon nichts in den Reportagen von Pro7 oder VOX – der ein oder andere würde wohl nie wieder ein Flugzeug besteigen.
Zum Abschluss haben wir uns dann zum Ziel gesetzt die amerikanische Waffenkultur zu erkunden. Welcher Ort eignet sich dort besser als ein Schießverein? Einfach am Gäste Check-in angestellt, den Ausweis abgegeben, vier Minuten Einführungs-Video gesehen, ein paar Unterschriften und schon konnte wir uns dem Waffenarsenal nehmen was uns lieb ist. Den Anfang machte eine halb-automatische Glock mit jeweils 50 x 11,4 mm Schuss. Es folgte dann das voll-automatische G36 Sturmgewehr mit jeweils 2×25x 6mm. Neben unserer Stand waren zwei übrigens Halbstarke mit einer M6 zugange, noch ein Stand weiter ein ca. 12 Jähriger der mit seinem Vater munter mit einem Colt am rumballern durfte. Da ich auf diesem Gebiet ja noch recht jungfräulich unterwegs gewesen war, bin natürlich zu einigen Erkenntnissen über Waffensport gekommen: 1.) Waffen sind viel lauter als in der Glotze 2.) Auch eine Handfeuerwaffe kann schon mächtig Rückstoß haben 4.) Jeder Idiot kann sich eine Waffe zulegen 3.) Schießsport ist teuer und 4.) es gibt mir nicht wirklich etwas, ich muss es nicht noch mal machen. Alleine schon der letzten Erkenntnis wegen hat es sich gelohnt so etwas einmal ausprobiert zu haben. Und damit sollte ich jetzt vor allem meine Oma wieder beruhigt haben.
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Entry Filed under: New Orleans

1 Comment
Add your own1. Jeannine | August 14th, 2009 at 19:18
Hi Thobi,
genieße die Sonne - bei uns wird’s schon langsam spürbar kühler!!! - und nutze weiterhin so gut deine Zeit: deine Berichte sind immer total interessant! Ich freue mich schon auf den nächsten von dir.
Mach’s weiterhin gut.
So long
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