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Oktober

November 5th, 2009

Nun muss ich schon wieder entschuldigen. Ein Monat Sendepause ist sicherlich eine Zumutung für einen gewissen Teil meiner Leserschaft. Das Problem ist nicht, dass hier nichts passiert, das Problem ist einfach, dass hier zuviel passiert. Den größten Teil meiner Freizeit hier beansprucht sicherlich die Uni – und das ist auch eigentlich ganz gut so. Eigentlich? Ja eigentlich da ich finde, dass es manchmal einfach zu viel ist. Ich kann mich an keinen Tag im Oktober erinnern an dem ich nicht ohne Wecker aufgewacht bin und vor Mitternacht im Bett war. Das Problem ist nicht die Quantität der Arbeit absolut, welche nämlich mehr oder wenig identisch ist mit der in Kopenhagen. Das Problem ist vielmehr, dass die Arbeit sich hier immer zu bestimmten Zeitpunkten unheimlich verdichtet, während man ich Kopenhagen sich das etwas freier Einteilen kann. Weiterer Unterschied: Während man in den USA mehr das WIE, WANN und WOFÜR lernt (sprich einen praktisch Ansatz), lernt man in Europa eher das WARUM und WOFÜR (sprich einen theoretischen Ansatz). Aber ich glaube das hatte ich schon zuvor schon mal erwähnt, richtig?

Wenn sich es denn mal die Zeit erlaubt, kann man sich hier einige tollen Reden anhören. Alleine dieses Semester haben bei uns schon der zweimalige US-Präsidentschaftsbewerber Ron Paul, der ehemalige Präsident von Israel Ehud Olmert, der ehemalige Präsident von Indien Abdul Kalam so wie einige interessante Köpfe aus der Wirtschaftswelt gesprochen. Ich hab mir jetzt aber davon nur Ehud Olmert angeschaut, welcher Ariel Sharon 2006 nach dessen Krankheit abgelöst hat, fix drauf Gaza und im Libanon zerbombt hat und im Frühjahr dieses Jahres von Benjamin Netanjahu abgelöst worden ist. In anbetracht der aktuellen nuklearen Bedrohung aus dem Iran konnte man also einiges von der Rede erwarten. Enttäuscht wurde ich nicht, er hat sich recht ausgiebig und klar dazu geäußert wie der Hase läuft: Eine diplomatische Lösung mit den USA wäre die natürlich die Beste, aber diese müsste recht schnell erreicht werden, ansonsten würde Israel halt im Alleingang die Atomanlagen mit rabiateren Mitteln wegfegen. Punkt aus. Natürlich stoßen solche Töne gerade bei Studenten auf nicht sehr viel Gegenliebe. Aber der Mann ist ja nicht blöd und konnte gegen alle Störer im Saal geschickt konterten. Und Störer –besonders von denen der simplen Sorte - gab es genug sowohl im Saal wie auch vor dem Auditorium.

Onkel OlmiAnti-Onkel Olmi

 Vor zwei Wochen bin ich für zwei Tage nach Washington D.C. zu den Freeman Days gefahren. Freeman Days ist eine Art Karriereveranstaltung für Studenten der A.B. Freeman School of Business der Tulane University. Dort habe ich mir den ganzen Tag Vorträge von Unternehmen angeschaut und dann am Abend bei richtig lecker Essen (Uni zahlts) an einer Netzwerk-Veranstaltung teilgenommen. Sinn und Zweck des ganzen Aufwandes war es ein Fuß in die Tür hier drüben in Amerika zu bekommen. Normalerweise können Austauschstudenten nicht an den Freeman Days teilnehmen, aber aufgrund meiner Green Card hab ich glücklicherweise eine Ausnahme erringen können. Unterm Strich hab ich doch viele Kontakte knüpfen können. Neben den Freeman Days hatte ich noch Zeit mir die National Gallery of Arts (mit Da Vinci`s, Van Goghs und Monets) und den Arlington Friedhof anzuschauen (wo Amerika’s gefallene Soldaten und der die Kennedys liegen). Am nächsten Tag wollte ich dann wieder flott nach hause düsen, aber Pustekuchen, wegen starkem Gewitter wurde mein Flug gestrichen. Es war auch nicht möglich bei irgendeiner anderen Airline was zu finden für diesen Tag. Und in diesem Fall das Hotel bezahlen ist hier anscheinend auch kein Standard. Sie konnten mir dann zwar ein Gutes Hotel zum kleinen Preis vermitteln,blechen musste ich aber für den Kram trotzdem selbst. Am nächsten Tag haben sie mich dann vom Hotel in Baltimore zum Ronald Reagan Airport per Taxi gebracht, was auch mal eben 140 US$ gekostet hat (Airline zahlts). Aber hier blieb es spannend bis zum Schluss, da mein neuer Flug überbucht war. Genauso wie der letzte an diesem Sonntag und die zwei am Montag. Gott sei Dank ließen sich aber Freiwillige aufbringen (die vom Flug zurücktreten und dafür mit 400 US$ von der Airline kompensiert werden), so dass ich dann nur mit einem Tag Verspätung wieder in New Orleans angekommen bin.

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Wer sich jetzt wundert ob nach all den hochkarätigen Gastrednern und den Freeman Days noch was von den Einahmen durch Studiengebühren übrig ist, dem sei gesagt, das wahrscheinlich der letzte Rest mit freie Campus-Konzerte verpulvert wird. So waren es im Oktober z.B. Augustana und Hanson, die für lau für Tulane Studenten gespielt haben.

Letztes Wochenende war das Halloween-Wochenende an dem auch das Voodoofest stattfindet, ein Festival im City Park mit einer Menge Bands. Ich habe mir aber nur am Freitag Justice und Eminem angeschaut, welches beides sehr gute Konzerten waren. Justice haben so lange gespielt (1:35h) bis ihnen zum Schluss der Saft mitten im Lied abgedreht worden ist. Am Samstag haben wir uns dann alle lustige Verkleidungen zusammengebastelt und sind ins French Quarter zur Halloweenparade gefahren.

JusticeEminemBeastie BoysHalloween

Diese Woche haben alle Austauschstudenten eine Woche frei, da der ganze restliche MBA Kurs eine Exkursion nach Argentinien macht. Deshalb bin ich diese Woche auch nach Boston zu Magdalena geflogen. Einer von ihren Mitbewohner hat mich in jetzt netterweise Havard-Bücherei reingeschmuggelt, wo ich jetzt schon wieder mit dem lernen anfangen muss…

Entry Filed under: New Orleans


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