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Archive for Dezember, 2007

Das dicke Ende

Mittwoch, Dezember 19th, 2007

Zack, das war es dann auch vorerst schon wieder von Toronto. Vorerst? Ich gehe einfach mal ganz Fest davon aus, dass ich hier Zukunft schon noch ein paar Mal aufschlagen werde. Dafür ist die Stadt einfach zu aufregend um ihr für immer den Rücken zu kehren. Ganz zu schweigen von en vielen netten Menschen die ich hier kennen gelernt habe und sicherlich ganz schön vermissen werde.
Zum Abschied hat Kanadadann noch mal zeigen wollen, wie ein richtiger Blizzard aussieht. 24 Stunden Schneesturm non-stop mit sogar vereinzelnden Gewittern. Flughafen dicht, Straßen dicht, 600 Unfälle alleine in Toronto und Schneepflüge im Dauereinsatz. Trich hat den Wagen von ihrer Oma zerlegt und Matt einen Mietwagen von Alamo. Die waren im Norden unterwegs und mussten dann bei -20°C stundenlang auf Ersatz warten. Jaja, sehr spannend alles! Allerdings konnte ich deswegen auch nicht zum Alexisonfire Konzert, wenn es dann überhaupt stattgefunden hat.

Aus meinem FensterEaton CentreQueen & YongeT.O. DowntownBlizzard Action

Abends waren wir dann fast alle noch mal gemeinsam für ein paar letzte Drinks unterwegs. Das waren dann aber in Endeffekt doch ein paar mehr, so dass ich die Heimreise noch mit einem dicken Kopf antreten musste. Leider gestalte  sich diese auch mal wieder für nicht so ganz hindernisfrei. Da aufgrund des Blizzards am Sonntag fast keine Flüge raus gegangen sind, war am Montag am Flughafen natürlich die Hölle los. In die USA formal einreisen macht man schon gleich in Toronto, so dass ich dort stundelang anstehen musste um meine Fingerabdrücke loszuwerden. Davon nicht genug – Continental Airlines hat auch noch einen Antrag gestellt bei mir eine „Special Physical Check“ durchzuführen. Ich weiß zwar nicht wie ich zu dieser Ehre gekommen bin, aber so wurde vom Sicherheitspersonal aus der Schlange gefischt und wurde separat von oben bis unten aufs intensivste gefilzt – und das sogar zwei mal. So kam ich dann 15 Minuten vor Abflug auch endlich bei meinem Flieger an. Dieser wiederum war sau eng (So ein Regionaljet) und ist dann erstmal 2 Stunden lang (!!!) auf  dem Rollfeld umhergekurvt, weil er keine Starterlaubnis bekommen hat -  was mir dann letztendlich die Hasskappe aufgesetzt hat. In New York  hatte ich dann genau 10 Minuten Zeit um meinen Anschlussflug zu bekommen. Man hatte mir gesagt, dass die Maschine noch auf mich ein bisschen warten könne, ich aber schnell rennen solle. Völlig verschnauft war ich dann auch so um und bei der letzte der in der Maschine. Zu meinem Großem Erstaunen waren meine Koffer genauso schnell…

Last hug mit Cliffy :(Flug nach New YorkTrecker Tow

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Thrice / Brand New

Mittwoch, Dezember 19th, 2007

Wer kennt schon Brand New? Ich meine in Deutschland kennt die ja praktisch kein Mensch aber in USA/Kanada scheinen die sich eine gewisse Fanbase erarbeitet zu haben. Immerhin haben die in einer widerwärtig großen Halle gespielt, welche mal locker 12.000-15.000 Menschen beherbergen könnte. Ganz füllen konnten sie dieses Monstrum nun auch nicht, aber  5.000-6.000 Leute waren sicherlich zugegen.

Die Vorband Mewithoutyou haben Simon und ich uns einfach mal geschenkt, so dass wir pünktlich zu Thrice ankamen, welche dann auch gleich mal mit dem Titeltrack der „The Artist In the Ambulance“ losgelegt haben. Danach gab es mit Firebreather auch schon den ersten Track von der neuen EP, von der auch noch Burn The Fleet, The Messenger, Digital Sea und Open Water gespielt worden ist. Ich muss hierzu sagen, dass mir – anders als auf Platte- die Water-Songs nicht so gefallen haben. Die Fire-Songs hatten aber dafür richtig was unter Haube. Von der AITA wurde noch Silhouette und Stare at the Sun gespielt und von der Illussion Of Saftey gab es Kill Me Quickly und Deadbolt zu hören. Am besten hat aber noch die Vheissu abgeschnitten, von der For Miles, Red Sky, The Earth will shake und Of Dust and Nations gespielt worden. Besonderes letzterer hat mich richtig umgehauen; den Song wollte ich auch schon immer mal Live hören. Zusammenfassend kann man sagen, dass sie eine gewohnt beeindruckende Show abgeliefert haben.

Bei Brand New bin ich dann zum Anfang leider fast eingepennt. Vielleicht hätten sie ihr Set nicht mit Limosine und Welcome to Bangkok eröffnen sollen und dann auch noch diese Songs ewig in die Länge zu ziehen müssen. Und warum man bei letztgenanntem Song zwei Drummer braucht, bleibt mir bis heute ein Rätsel. Die Setlist beschränkte sich bis auf Sic Tranist Gloria, Good to know that … und Okay I Belive you but my Tommy Gun Not sowie einem alten Song eher auch das neue Album. Das fand ich auch eigentlich mal gar nicht so übel, da mir diese Platte echt gut gefällt. So wurde eigentlich diese komplett gespielt mit Ausnahmen von Untitled und Handcuffs. Im Großen und Ganzem konnten sie meiner Meinung nach jetzt nicht großartig die Wurst vom Teller ziehen. Auf Platte deutlich besser als Live! Muss ich nicht unbedingt noch mal sehen.
ThriceThrice II

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The German Wunderkind

Donnerstag, Dezember 13th, 2007

Keine Angst, ich bin noch auf dem Boden geblieben! Hier geht es eher um den wertvollsten Basketballspieler der Welt (”NBA Most Valuable Player Award Season 06/07″) aus Würzburg. Richtig! Dirk Nowitzki und seine Entourage von den Dallas Mavericks waren in Town um die Toronto Raports im Air Canada Center zu schlachten. Allerdings ging das nach hinten los und so konnten die Raptors mit 92:76 das Spiel für sich entscheiden ( im Hinspiel hatte Dirk noch einen 24 Punkte Rückstand locker aufgeholt). Da die NBA-Season noch jung ist, wollen die Texaner angeblich ihren Superstar eh noch ein bisschen schonen. Wäre ja schade wenn er sich jetzt verletzt und damit die ca. 17 Millionen USD Gehalt für diese Saison für die Katz wären. Außerdem scheint er bei den Torontonians eh nicht gerade ein Stein im Brett zu haben, da er als einziger von den Mavs kräftig ausgebuht worden ist. Tja, Neid ist halt die höchste Form der Anerkennung…

.Mighty German Warm up!DIRK!Freiwurf NowitzkiMighty German ActionAir Canada CenterHier mal was hochauflösendes von getty images

Am Montag waren wir dann endlich auch mal bei Much On Demand (MOD). Zwar hatte ich dort auch schon mit Marie mal James Blunt gesehen, aber das war eher zufällig. Am Sonntag hatte ich per Internet mich beworben (ist umsonst) und zack am Montag nach der Uni war euch gleich ne Nachricht auf dem Anrufbeantworter, dass wir da aufkreuzen sollen.

Much On Demand ist eine tägliche Liveshow und sozusagen das kanadische Äquivalent zu TRL von MTV. Zwar gibt es hier auch MTV, aber das guckt hier halt kein Schwein. Wie auch immer, als Simon, Christian, Tobi und ich dann dort ankamen, sahen wir so ziemlich alt aus. Die Zahnspangenfraktion der örtlichen High School hatte nämlich heute augenscheinlich auch einen Klassenausflug zu MuchMusic gemacht. Zwischendurch wurde Tobi dann von der Regie zu den Zehntklässlern dirigiert, anscheinend war er dort besser aufgehoben, hehe.

Die Show selber war eigentlich nicht besonders aufregend, halt immer schön Krach machen. Die VJs Leah (MTV Punk`D, Dallas Green Anhängsel) und Matte waren locker drauf – so lange sie On Air waren. Während der Werbung oder eines Videos haben sich die beiden aber echt gut gegenseitig angeschissen – 10 Sekunden später live auf Sendung waren die aber wieder die besten Freunde. So ist anscheinend das VJ-Business, hart aber sehr professionell. Matte war aber eigentlich dennoch ganz cool, denn wenn er sich nicht gerade mit der Drama Queen Leah rumzicken musste, hat er uns mit seinen Frauengeschichten aus Deutschland unterhalten, die sich bei einem Dreh von Much Music zu irgendeinem Snowboardevent zugetragen haben sollen.
Much On DemandMOD am Montaghahahahaha!!The Germans mit dem VJ Matte!

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Crunchtime

Donnerstag, Dezember 6th, 2007

Momentan sind hier eigentlich alle ziemlich im Klausuren- und Hausarbeitenstress. Auch ich bin davon betroffen und hab deshalb momentan ein verhältnismäßig unaufregendes Leben. Es ist kalt hier – gestern hat sich unsere Jogginggruppe bei -10°C durch den Schnee gekämpft – was dann auch königlich entlohnt worden ist. In der Nike Runners Lounge gab es endlich das langersehnte Jogging-Shirt von Nike. Dieses bekommt man wenn man eine bestimmte Anzahl von Besuchen dort per Scancard nachweisen kann. Die Nike Runners Lounge ist eigentlich nichts anderes als ein Treffpunkt für Läufer, welche hier umsonst mit Getorade und Müsliriegeln und sonntags sogar mit Frühstück verköstigt werden. Es ist kalt hier – so muss ich mir noch jeden Abend extra ein Shirt und Socken anziehen um über Nacht nicht den Gefriertod zu erleiden. Nun ganz so schlimm ist es nicht, aber kuschelig warm ist wirklich was anderes. Da dieser Eintrag sonst etwas kurz geraten würde, möchte ich mal meinen Senf zu einigen Geschehnissen aus den deutschen Medien dazu geben.

Held des Tages I: Kanada! Ja was musst ich da, lesen Kanada hat bei den heiß diskutierten Bildungsstudien PISA und IGLU die vordersten Plätze belegt. Der Spiegel redet gar von einem Schulwunder.
Ich frag mich nur warum ich mir dann Fragen anhören muss wie „Habt ihr in Deutschland eigentlich auch das Oktoberfest?“, „Deutschland liegt doch neben Schottland, oder?“, „Kopenhagen – was ist das?“. Und warum gucken mich meine Kommilitonen meines Post-Graduate-Kurses (also Studenten welche schön über einen betriebswirtschaftlichen einen Collegeabschluss besitzen) nach dem ich eine lineare Regression berechnet habe so an, als hätte ich gerade ein Kanninchen aus dem Hut gezaubert? Ich möchte hierbei aber nicht ausschließen, dass meine Erfahrungen durch selektive Wahrnehmung verzerrt sind, welche auf Vorurteilen gegenüber dem nordamerikanischen Bildungssystem fußt.

Der Postmann
Foto: Reuters
Held des Tages II: Ja da lacht er, der Herr Zumwinkel – und dazu hat er ja auch allen Grund. Immerhin hat er ja auch gerade seine Aktienoption für knappe 5 Millionen Euro verkauft. Der Umstand, dass Herr Zumwinkel als beteiligter Architekt des neuen Mindestlohnes nicht nur sein Unternehmen gegen Billiglöhne gesichert hat, sondern auch persönlich mit den gestiegenen Aktienkursen sich eine goldene Nase verdient hat, stößt in der Öffentlichkeit auf breite Kritik.
Die ganze Aktion zeugt natürlich nicht gerade von viel Fingerspitzengefühl. Auf jeden Fall war der Zeitpunkt sicherlich nicht gerade optimal gewählt – es macht sich gar der Verdacht des Missbrauches breit.
Aber wann gibt es schon einen richtigen Zeitpunkt? Würden die Aktien bei einem Kursverfall verkauft werden, würde es zum Vorwurf kommen, man verlasse das sinkende Schiff. Darüber hinaus gibt es ja eh nur kleine Zeitfenster indem solche Geschäfte durchgeführt werden können. So ist nun mal das System, welches ich nicht für gut heißen möchte – Aktienoptionen im Kompensationsmix eines Managers halte ich für sehr fragwürdig. Vielleicht sollte man hier eher Methoden einführen, welche mehr den langfristigen und nachhaltigen Unternehmenserfolg entlohnen.
Wie auch immer, der neue Mindestlohn hat der Deutschen Post AG sehr genützt, unabhängig davon ob was dafür für Herrn Zumwinkel herausgesprungen ist. Und dass die Bild-Zeitung jetzt gerade so viel Stunk macht verwundert ja gar nicht, immerhin gehört Axel Springer zu den großen Verlierern des neuen Mindestlohnes.

Tada!
Foto: Spiegel.de

Held des Tages III: Tom Kaulitz, welcher vor kurzem endlich die Volljährigkeit erlangt hat, ist jetzt stolzer Besitzer eines nigelnagelneuen , 25 Liter auf 100 Meter fressenden Escalades. Ich will da jetzt gar nicht drüber ablästern – hätte ich 90.000 Euro auf der hohen Kante, würde ich mir gleich auch einen kaufen. Neid!

Held des Tages IV: Meine Homepage! Wer den nicht ganz unbeliebten Suchbegriff „1 Night in Paris“ bei Google.com eingibt findet meinen Blog schon auf Seite 4!! Yeah!

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Kleines Update

Sonntag, Dezember 2nd, 2007

Noch 2 Wochen Uni und dann gehen die Prüfungen los. Man könnte gar behaupten, dass hier mal verhältnismäßig richtig Gas gegeben wird. Immerhin ist es Samstagabend und ich acker mir einen mit unserem Strategic Compensation Projekt ab. Richtig Gas gibt auch hier gerade das Wetter. Heute waren es tagüber schon mollige -10°C und momentan zieht auch noch ein ziemlich heftiger Schneesturm über die Stadt. Am meisten tuen mir die Harvey-Hookers (Prostituierte) leid, welche sich leicht bekleidet durch den Schnee kämpfen müssen. Jemand sollte denen echt mal eine heiße Tasse Tee vorbeibringen.

Ansonsten sind wir letztens mal wieder in was krummes reingeraten - und das ganz ohne Einschleichtricks. Jeden Mittwoch trifft sich die lustige Niell Wycik Jogging-Gruppe zum fröhlichen Ausdauerlauf. Diesmal sind wir aber nicht wie gewohnt zur Nike Runners Lounge gelaufen (wo es immer umsonst Getorade und Sonntags sogar Frühstück gibt), sondern über den Campus der University of Toronto (UT). Schöne Uni - so in etwa würde ich mit Oxford oder Cambridge vorstellen. Aber darum geht es hier ja nun nicht! Vielmehr darum, dass der Campus am Royal Ontario Musem (ROM) aufhört, welches an der Bloor St. liegt, eine der Hauptverkehrsadern von Toronto Downtown. Allerdings mussten wir als wir am ROM ankamen feststellen, dass hier absolut tote Hose war. Kein Auto, kein Mensch - bis auf Polizeistraßensperren am Ende des Blocks. Naja, da haben wir uns nichts weiter gedacht und sind halt weiter gejoggt. Wie sich später herrausstellte, hat da jemand eine Rohrbombe gebastelt und vorm ROM abgestellt, also genau da wo wir rauskamen. Allerdings hat das Bomb Squad dann doch recht fix herrausgefunden, dass der Bastler den Sprengstoff vergessen hatte. Kann ja jedem mal passieren - die Polizei hat ja immerhin auch vergessen die Zugang über die UT abzusperren. So, das war auch schon das spektakulärste der Woche. Bei dem Thema fällt mir noch ein, dass wir herrausgefunden haben, dass 10 km vom Centennial College das größte Atomkraftwerk der Welt steht. Tja, wieder was dazugelernt.

Da lacht se`noch - die SonneEs hat angefangen zu schneien! yay!

So, ich mach mich jetzt mal wieder ans lernen und behalte den Schneesturm im Auge. Ist irgendwie aufregend - Immerhin bin ich als Flensburger ja die letzten Jahre nicht gerade schneetechnisch verwöhnt worden.

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