Labor Day Road-Trip
Montag, September 14th, 2009
So, es ist Sonntagabend und ich hab endlich mal wieder etwas Zeit einen Eintrag zu schreiben. Die Uni ist zwar immer noch sehr zeitintensiv aber nicht mehr so extrem wie in den ersten Wochen. Trotzdem war ich gestern das erste mal seit 3 Wochen wieder feiern – und das in der US Party Stadt #1. Zugeben, ich hatte zwischendurch aber auch ein tolles Labour Day-Wochende (der erste Montag im September ist in den USA der Tag der Arbeit, also ein Feiertag) bei dem ich nichts für die Uni gemacht habe. Viel mehr haben wir unsere sieben Sachen gepackt für einen Road-Trip durch den Süden der USA. Am Samstagmorgen haben wir dann Lousiana und Mississippi durchquert um nach Mobile, Alabama zu kommen. Dort haben wir es uns dann bei Clint Doolittle gemütlich gemacht, dem ehemaligen Gast-Vater von einem meiner Mitbewohner welcher damals ein High School Jahr dort verbracht hat. Nach einem ortüblichen Lunch (Subway-Sandwish, Chips, Gewürzkurken und Cola) sind wir dann zum Battleship-Park gefahren,wo man neben dem mächtigen WWII-Kriegschiff U.S.S. Alabama auch viele andere historische, wie moderne Militärgeräte besichtigen kann. Am Abend hat uns dann Clint ein richtig leckeres Abendessen serviert, bei dem wir dann auch Partick Weathers getroffen haben. Patrick, seines Zeichens Cousin von Clint, entpuppte sich als ein sehr interessanter Charakter. Zum einen betreibt er eine Galerie im French Quarter in New Orleans wo er mit Da Vincis, Picasso`s und anderer bekannter Kunstgegenständen handelt. Falls jemanden von euch noch ein Picasso in eurer Sammlung fehlt und 70 Millionen US Dollar auf der hohen Kante hat – ich kann den Kontakt gerne herstellen. Seine anderen Professionen sind dann noch Immobilienmakler, Musiker, Komiker und Schauspieler. Und das nicht ganz ohne Erfolg: In seiner Blütezeit hat der Mann in Filmen wie Wall Street (Oliver Stone Film mit Michael Douglas und Charlie Sheen) gespielt, auf dem Broadway in New York den Elvis in einem Musical gespielt, Sketche für Saturday Night Live geschrieben und gespielt, sowie Live-Auftritte mit Bob Dylan gespielt. Der Mann konnte auf jeden Fall eine Menge interessante Geschichten erzählen, dessen Echtheit ich nach einer Online-Rechere belegen kann (war mir zuerst auch alles etwas zu bunt). Wenn wir mal wieder etwas Luft haben, werden wir auch sicher der Einladung in seine Galerie nachkommen. Am Sonntag hat es dann durchweg geregnet, was aber nichts ausgemacht hat, da wir diesen Tag eh für shoppen in einem Mega-Outlet in Gulf Shores, Alabama reserviert hatten, Am Sonntag haben wir dann den Tag in Pensacola Beach, Florida verbracht, was für mich klar das Highlight des Trips war: Türkises, klares und warmes Wasser sowie feiner weißer Sandstrand. Als dann nachmittags ein Gewittersturm heranzog, haben wir wieder auf den Weg nach Hause gemacht. Lousiana mit seinen zahlreichen Sümpfen und historischen Plantagen wird dann sicher das Thema unseres nächsten Road-trips sein. Diesmal wollten wir einfach an Strand – und einen solchen gibt es in Lousiana nicht wirklich, da die ganze Küste von Lousiana ein riesiges Sumpfgebiet ist.
Das andere große Thema der letzten Wochen war dann noch American Football, welcher hier im Süden der USA sehr beliebt ist. Zuerst haben wir uns ein Spiel der Tulane-Football Mannschaft gegen Tulsa, Oklahoma angeschaut. Und da College-Sport ja hier so beliebt ist, wurde das Spiel auch nicht auf dem Sportplatz der Uni ausgetragen sondern im Lousiana Superdome, welcher einfach mal 70.000 (!!) Sitzplätze hat. Die waren aber nicht mal ansatzweise gefüllt und das Tulane-Football Team ist eh grottenschlecht, so dass wir nach einer Stunde wieder geflüchtet sind. Viel besser waren die Tailgate-Parties, sprich Parties vor dem Spiel, welche auf dem Parkplatz stattfinden. Dort kann man nämlich irgendwie immer freies Essen und Bier finden. Da ein solches schlechtes Footballspiel sicher nicht repräsentativ ist, haben wir uns entschlossen ein richtiges NFL-Spiel im Superdome anzuschauen. Für 60 Dollar haben wir dann noch einige der letzten Karten für das Spiel New Orleans Saints Vs Detroit Lions ergattern können. Auch wenn dieses Spiel dann um längen besser war als das College-Spiel – Begeisterung für diesen Sport konnte sich bei mir dennoch nicht entwickeln. Zu viele Unterbrechungen und mit mehr als 3 Stunden einfach zu lang. Es war es aber trotzdem wert das mal erlebt zu haben – immerhin gilt der Superdome zu Saints-Spielen als einer der lautesten Stadien der USA.
Zum Schluss möchte ich hier dann doch mal ein paar Worten zu meinen Kursen sagen. Da diese ja einen recht engen Focus auf Investments und Finanzierungswesen haben, kommt es nicht selten vor das ich mich in letzter Zeit für diese Wahl rechtfertigen muss. Ich werde dann gefragt, warum ich hier Methoden und Modelle erlerne, welche sich im Zuge der Finanzkrise als Müll erwiesen haben. Das ist natürlich totaler Käse, da die meisten Modelle auf mathematischen Zusammenhängen basieren – und Mathematik lügt ja bekanntlich nie. Allerdings ist der Output solcher Modelle nur so gut wie dessen Input. Sprich, wenn man Müll reinpackt kommt auch nur Müll heraus. Und mit Müll meine ich jetzt die grundlegend falsche, aber sehr populäre Annahme, dass man die Zukunft auf Basis der Vergangenheit voraussagen kann. Warum ist diese Annahme denn so populär? Ich würde sagen, es liegt daran, dass sie bis 2008 meisten recht gute Ergebnisse geliefert hat und – viel bedeutender – weil es schlichtweg keine wirklich bessere Alternative gibt die Zukunft vorauszusagen.
Achja, zu guter Letzt noch ein weiteres Beispiel für das teilweise extreme Wetter hier New Orleans: Letztens hat es 5 Minuten lang geregnet, obwohl weit und breit keine Regenwolke zu sehen war. Das war dann schon etwas unheimlich. Und hier noch eine kleines Video, welches ich von unserer Terrasse aufgenommen hab als ein Gewitter uns des Stromes beraubt hat:
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